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Angeborene Penisverkrümmung

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Angeborene Penisverkrümmung

Chirurgische Behandlungsmöglichkeiten der Penisverkrümmung und unsere Technik

Es gibt zwei verschiedene Operationstechniken zur Behandlung einer angeborenen Penisverkrümmung. Wir beschreiben zunächst unsere Technik und erläutern dann anschließend weiter unten die andere.

1. Technik: Rekonstruktion des zu kurzen Anteils

Dies ist die bei uns angewandte Operationsmethode zur effektiven Behandlung einer angeborenen Verkrümmung. Es tritt dabei keine Verkürzung auf.

Leider wird sie in öffentlichen Kliniken mangels Ausbildung, Erfahrung und Ausstattung nicht angeboten. Zudem bezahlen viele Krankenkassen ihren Versicherten nicht optimale Techniken sondern nur „ausreichende“.

Aufgrund der besonderen Schwierigkeit kann diese Technik mit ausreichender Erfahrung und zufriedenstellenden Resultaten nur von wenigen Kliniken in Europa angeboten werden.

Wir sind auf diese Behandlung spezialisiert und Patienten aus aller Welt lassen sich bei uns behandeln.

Wir rekonstruieren die betroffenen Schwellkörperanteile mit nicht-künstlichem Material (meist mittels hochwertigem Kollagenvlies). Das Materialbaut sich also ab.

Früher, bis in die 90er Jahre hinein, verwendete man auch körpereigenes Material wie zum Beispiel Venenwand oder Mundschleimhaut. Diese eigenen Materialien haben jedoch mehrere Nachteile:

  • Erstens müssen sie irgendwo entnommen werden, das heißt, es entsteht eine zweite Stelle der Operation mit entsprechenden Risiken.
  • Zweitens sind damit die Möglichkeiten begrenzt
  • Drittens besteht bei körpereigenen Material ein generelles Problem: man fügt ausdifferenziertes (also fertig ausgewachsenes) Gewebe an ein anderes fertiges Gewebe, den Penis, an. Rundherum entsteht dann eine Andock-Narbe, die zu Problemen führen kann.

Wir verwenden deshalb seit über 10 Jahren sogenannte Kollagen-Vliese. Kollagen ist eine Grundfaser in unserem Körper. Er verwendet diese als Baumaterial. Ähnlich wie Backsteine beim Hausbau. Der Körper wandelt dieses Kollagen komplett ohne jegliche Übergangszone, sprich ohne Narben, in körpereigenes Gewebe um.

Am Penis entstehen keine von außen sichtbaren Narben. Bei beschnittenen Männern befindet sich die Narbe in gleicher Position wie die Beschneidungsnarbe, fällt also nicht auf.

In manchen Fällen ist es notwendig, zusammen mit der Operation eine Beschneidung durchzuführen, und zwar dann, wenn die Vorhaut grenzwertig eng ist, so dass sie das Ergebnis beeinträchtigen könnte. Eine generelle Beschneidung halten wir nicht für sinnvoll. Bei erfahrener Durchführung resultiert durch den Erhalt der Vorhaut weder eine Infektion noch eine Paraphimose.

Gerne informieren wir Sie in einem ausführlichen, unverbindlichen Beratungsgespräch über die Möglichkeiten in Ihrem speziellen Fall.

2. Technik: Rafftechniken nach Nesbit oder Essed-Schröder; Kürzung der längeren Seite

Diese aus den 60ger Jahren des letzten Jahrhunderts stammende Technik erfreut sich aufgrund ihrer Einfachheit der Durchführung bei extrem geringem Kostenaufwand, aber gleichzeitig, zumindest in Deutschland, hervorragender Möglichkeit der Abrechnung, sehr großer Beliebtheit und stellt heute bedauerlicherweise die Standardtherapie dar, die von fast allen Operateuren angewandt wird.

Sie birgt erhebliche Nachteile und sollte unserer Meinung nach nicht mehr angewandt werden.

So banal und unverständlich es klingen mag, so traurig und real ist es: Zur Begradigung des Penis wird bei dieser Technik nicht etwa der kürzere Anteil verlängert, sondern der längere durch eine zusammen raffende Naht verkürzt. Beide Seiten werden also gleichmäßig kurz gemacht um so den Penis zu begradigen. Es wird also das Symptom Penisverkrümmung durch das Symptom Penisverkürzung ersetzt, mit der interessanten Vorstellung, dass diese Verkürzung dem Patienten mehr Freude machen würde als die Krümmung. Je nach Stärke der Ausgangskrümmung resultiert eine Penisverkürzung von bis zu 8 cm in Erektion.
Was insbesondere für manch jüngeren Patienten einer Katastrophe gleichkommt.

Zumeist muss der Patient im Anschluss an diese Operation 5 bis 7 Tage im Krankenhaus verbleiben, damit die behandelnden Ärzte mit Medikamenten so weit wie möglich sicherstellen können, dass die Nähte während dieser ersten Heilungsphase nicht bei ersten starken Erektionen reißen.

Es können auch, in der Literatur sind bis zu 48% beschrieben, Schmerzen an der Raffnaht bei Erektion auftreten. Bei uns werden Patienten vorstellig, die bis zu vier Mal Nesbit voroperiert wurden. Bei diesen Patienten ist etwas, das man Penis bezeichnen könnte, nicht mehr vorhanden.

Warum eine so nachteilige Technik so flächendeckend angeboten wird ?

Penisverkrümmungs – Patienten müssen sich bitte bewusst machen, dass sie eine seltene Patientengruppe darstellen, an deren Behandlung ein Krankenhaus, selbst eine große Uniklinik, kein (betriebswirtschaftliches) Interesse hat. Eine durchschnittliche Universitätsklinik behandelt nur ca. 10 Penisverkrümmungen pro Jahr. Dafür extra einen Spezialisten auszubilden oder auch nur weiterzubilden lohnt finanziell überhaupt nicht.

Während eine Prostataoperation, also einer der Haupteingriffe einer urologischen Abteilung, einem normalen Krankenhaus ca. 5.000,- bis 15.000,- Euro einbringt, zahlen die Krankenkassen (auch die Privaten) für eine Penisverkrümmungs – Behandlung, auch bei schweren Fällen, lediglich ca. EUR 2.500,-.

Das Ärgerliche: verlieren möchten die Krankenhäuser den Patienten (das Geld) aber auch nicht, weswegen dann meist ein Assistent (oder beim Privatpatient der Oberarzt), nach Nesbit-Rafftechnik operiert.

Prof. Dr. med. Böhm von der Vivantes Klinik Berlin hat zu diesem Thema in der Ärzte-Fachzeitschrift “Chirurgische Allgemeine” in der Ausgabe 4/2009 (an die ärztlichen Kollegen gerichtet) geschrieben:

„Wie häufig kommt es vor, dass wir einen Patienten woanders hin schicken, weil es ein Kollege besser kann. Sicherlich selten. Warum? Weil wir das andere Verfahren dann doch lieber selbst anbieten, um den Kunden zu behalten – auch wenn wir es nicht so gut können.“


Kontakt aufnehmen
Ingo Krieghoff

Leiter Sekretariat Urologie (Induratio Penis Plastica, Penisverkrümmung, Schwellkörperimplantate, Hypospadie)


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+49 6151 606 10 31


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