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Induratio Penis Plastica

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Induratio Penis Plastica

Chirurgische Behandlungsmöglichkeiten der Induratio Penis Plastica und unsere Technik

Bitte lesen Sie zunächst, sofern sie das noch nicht getan haben, den Abschnitt „Die krankhaften Veränderungen im Einzelnen“, sonst werden Sie die nachfolgenden Erläuterungen vielleicht nicht verstehen. Erneut möchten wir uns vorab für die Direktheit der Sprache und die Polemik entschuldigen, diese sind aber insbesondere an dieser Stelle notwendig.

Es gibt in verschiedene Operationstechniken zur Behandlung der Induratio Penis Plastica. Unsre Technik ist dabei die einzige, die den Krankheitsherd und ALLE mit ihm zusammenhängende Symptome entfernt.
Die anderen drei Techniken beschäftigen sich nur mit EINEM Symptom.

Wir beschreiben zunächst unsere Technik und erläutern dann anschließen weiter unten die anderen drei.

1. Technik: Die Entfernung des IPP-Plaques (Excision) mit anschließender Rekonstruktion

Dies ist die bei uns angewandte Operationsmethode zur effektiven Behandlung der Induratio Penis Plastica. Diese Methode ist in den Europäischen Leitlinien als die „vorzuziehende Technik“ genannt (siehe Markierung auf Seite 149)

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Leider wird sie in öffentlichen Kliniken mangels Ausbildung, Erfahrung und Ausstattung nicht angeboten. Zudem bezahlen viele Krankenkassen ihren Versicherten nicht optimale Techniken sondern nur „ausreichende“.

Aufgrund der besonderen Schwierigkeit kann diese Technik mit ausreichender Erfahrung und zufriedenstellenden Resultaten nur von wenigen Kliniken in Europa angeboten werden.

Wir sind auf diese Behandlung spezialisiert und Patienten aus aller Welt lassen sich bei uns behandeln. Aufgrund der hohen Patientenzahlen ist es uns möglich, diesen komplexen Eingriff kostendeckend anzubieten.

Wir entfernen mikrochirurgisch den Induratio Penis Plastica Plaque sowie seine narbigen Ausläufer und stellen damit die Situation vor der Erkrankung wieder her.

Anschließend rekonstruieren wir die betroffenen Schwellkörperanteile mit nicht-künstlichem Material (meist mittels hochwertigem Kollagenvlies). Das Material baut sich also ab.

Früher, bis in die 90er Jahre hinein, verwendete man auch körpereigenes Material wie zum Beispiel Venenwand oder Mundschleimhaut. Diese eigenen Materialien haben jedoch mehrere Nachteile:

  • Erstens müssen sie irgendwo entnommen werden, das heißt, es entsteht eine zweite Stelle der Operation mit entsprechenden Risiken.
  • Zweitens sind damit die Möglichkeiten begrenzt – bei großen Plaques würde so viel Material benötigt werden, dass man es risikoarm nicht mehr entnehmen kann.
  • Drittens besteht bei körpereigenen Material ein generelles Problem: man fügt ausdifferenziertes (also fertig ausgewachsenes) Gewebe an ein anderes fertiges Gewebe, den Penis, an. Rundherum entsteht dann ein Andock-Narbe. Ein Induratio Penis Plastica Patient hat aber bekannter Maßen bereits Schwierigkeiten mit der Narbenbildung und insofern ist die Anwendung einer solchen Technik heutzutage eher eine ungeschickte Idee.

Wir verwenden deshalb seit über 10 Jahren sogenannte Kollagen-Vliese. Kollagen ist eine Grundfaser in unserem Körper. Er verwendet diese als Baumaterial. Ähnlich wie Backsteine beim Hausbau. Der Körper wandelt dieses Kollagen komplett ohne jegliche Übergangszone, sprich ohne Narben, in körpereigenes Gewebe um.

Der Neigung eines Induratio Penis Plastica Patienten, neu entstehendes Gewebe zu unelastisch aufzubauen, wirkt man mit für zwei Monate für wenige Minuten pro Tag anzuwendende Physiotherapie entgegen.

Unserer Erfahrung nach stellt diese Vorgehensweise in den allermeisten Fällen die einzig sinnvolle Therapiemöglichkeit der Induratio Penis Plastica dar.

Am Penis entstehen keine von außen sichtbaren Narben. Bei beschnittenen Männern befindet sich die Narbe in gleicher Position wie die Beschneidungsnarbe, fällt also nicht auf.

In manchen Fällen ist es notwendig, zusammen mit der Operation eine Beschneidung durchzuführen, und zwar dann, wenn die Vorhaut durch die Erkrankung in Mitleidenschaft gezogen wurde oder grenzwertig eng ist, so dass sie das Ergebnis beeinträchtigen könnte. Eine generelle Beschneidung halten wir nicht für sinnvoll. Bei erfahrener Durchführung resultiert durch den Erhalt der Vorhaut weder eine Infektion noch eine Paraphimose.

Gerne informieren wir Sie in einem ausführlichen, unverbindlichen Beratungsgespräch über die Möglichkeiten in Ihrem speziellen Fall.

Wir freuen uns, dass die meisten Patienten verstanden haben, welche Vorteile unsere Behandlung bietet. Seit 2006 haben sich unsere Patientenzahlen verdreifacht.

2. Technik: Rafftechniken nach Nesbit oder Essed-Schröder

Diese aus den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts stammende Technik erfreut sich aufgrund ihrer Einfachheit der Durchführung bei extrem geringem Kostenaufwand, aber gleichzeitig, zumindest in Deutschland, hervorragender Möglichkeit der Abrechnung, sehr großer Beliebtheit und stellt heute bedauerlicherweise die Standardtherapie dar, die von fast allen Operateuren angewandt wird.

Sie birgt erhebliche Nachteile und sollte unserer Meinung nach nicht mehr angewandt werden.

So banal und unverständlich es klingen mag, so traurig und real ist es: Zur Begradigung des Penis wird bei dieser Technik nicht etwa der Induratio Penis Plastica Plaque entfernt und der Penis wieder verlängert, sondern es wird auf der gesunden Seite ein weiterer, künstlicher Plaque, eine sogenannte Raffnaht, eingefügt, um beide Seiten gleichmäßig kurz zu machen und so den Penis zu begradigen. Es wird also das Symptom Penisverkrümmung durch das Symptom Penisverkürzung ersetzt, mit der interessanten Vorstellung, dass diese Verkürzung dem Patienten mehr Freude machen würde als die Krümmung. Je nach Stärke der Ausgangskrümmung resultiert eine Penisverkürzung von bis zu 8 cm in Erektion.

Zumeist muss der Patient im Anschluss an diese Operation 5 bis 7 Tage im Krankenhaus verbleiben, damit die behandelnden Ärzte mit Medikamenten so weit wie möglich sicherstellen können, dass die Nähte während dieser ersten Heilungsphase nicht bei ersten starken Erektionen reißen.

Da der Induratio Penis Plastica Plaque nicht entfernt wird, kann er mechanisch weiter wachsen und nach einiger Zeit wieder zur Verkrümmung führen.

Zudem kann es passieren, dass der operierende Arzt – bei einer solchen Art von Operation kann das der Assistenzarzt, ein Spezialist ist nicht erforderlich – den künstlichen Plaque zu groß gestaltet, sprich es zu einer Verkürzung oder Krümmung zur anderen Seite kommt. Es können auch, in der Literatur sind bis zu 48% beschrieben, Schmerzen an der Raffnaht bei Erektion auftreten. Bei uns werden Patienten vorstellig, die bis zu vier Mal Nesbit voroperiert wurden. Bei diesen Patienten ist etwas, das man Penis bezeichnen könnte, nicht mehr vorhanden.

Uns stört bei dieser Technik vor allem, neben der daraus resultierenden Penisverkürzung, dass der eigentliche Krankheitsherd, der Induratio Penis Plastica Plaque, vollständig belassen und zur „Therapie“ gesundes Gewebe verletzt wird. Fortschrittliche Medizin sollte genau andersherum denken und handeln.

Warum eine so nachteilige Technik so flächendeckend angeboten wird ?

Induratio penis plastica Patienten müssen sich bitte bewusst machen, dass sie eine seltene Patientengruppe darstellen, an deren Behandlung ein Krankenhaus, selbst eine große Uniklinik, kein (betriebswirtschaftliches) Interesse hat. Eine durchschnittliche Universitätsklinik behandelt nur ca. 10 Induratio Penis Plastica Patienten pro Jahr. Dafür extra einen Spezialisten auszubilden oder auch nur weiterzubilden lohnt finanziell überhaupt nicht.

Während eine Prostataoperation, also einer der Haupteingriffe einer urologischen Abteilung, einem normalen Krankenhaus ca. 5.000,- bis 15.000,- Euro einbringt, zahlen die Krankenkassen (auch die Privaten) für eine Induratio Penis Plastica Behandlung, auch bei schweren Fällen, lediglich ca. EUR 2.500,-.

Das Ärgerliche: verlieren möchten die Krankenhäuser den Patienten (das Geld) aber auch nicht, weswegen dann meist ein Assistent (oder beim Privatpatient der Oberarzt), nach Nesbit-Rafftechnik operiert.

Prof. Dr. med. Böhm von der Vivantes Klinik Berlin hat zu diesem Thema in der Ärzte-Fachzeitschrift “Chirurgische Allgemeine” in der Ausgabe 4/2009 (an die ärztlichen Kollegen gerichtet) geschrieben:

„Wie häufig kommt es vor, dass wir einen Patienten woanders hinschicken, weil es ein Kollege besser kann. Sicherlich selten. Warum? Weil wir das andere Verfahren dann doch lieber selbst anbieten, um den Kunden zu behalten – auch wenn wir es nicht so gut können.“

3. Technik: Plaque-Trennschnitte (Incision) mit anschließender Defektdeckung (Saphenus-Deck-Transplantat) oder Defektdeckung mit Kunstmaterial, auch „Egydio“-Technik genannt

Auch diese Technik beschäftigt sich ausschließlich mit der Korrektur des Symptoms Verkrümmung.

Bei dieser Technik wird der Plaque nicht wie bei uns ausgeschnitten, sondern entweder er selbst oder das gesunde Gewebe daneben eingeschnitten, um zumindest keine weitere Penisverkürzung durch die Operation selbst mehr hervorzurufen.

Mit diesem Argument, der fehlenden zusätzlichen Penisverkürzung, gehen die Operateure, meist öffentliche Kliniken, auf Patientenfang. Sie behaupten, eine bessere Technik als eine Raff-Operation anbieten zu können und, so berichten uns immer wieder Patienten, stellen es so da, als sei diese Technik mit der unseren identisch oder im Ergebnis gleichwertig. Das ist falsch!

Ganz klar: bei dieser Technik wird, wie bei den Raff-Techniken auch, der Krankheits-Herd belassen. Die Langzeitergebnisse dieser Operationstechnik sind katastrophal.

Die Rudolf Stiftung Wien wollte es genau wissen und hat detailliert untersucht, ob die Ergebnisse dieser Incisions-Technik wirklich so gut und risikoarm sind wie die Operateure ihren Patienten immer erzählen, weil das eigentlich gar nicht sein konnte. Und sie kamen zu einem sehr eindeutigen Ergebnis und zwar (siehe Markierungen):

  • Penisverkürzung bei 65,8 % der Patienten
  • Erektionsstörungen bei 39,5 % der Patienten
  • Gefühlsstörungen am Penis bei 31,4 % der Patienten

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4. Technik: Einbau einer Penis-Prothese (meist hydraulisch)

Mit dieser Technik werden die Folgen des Induratio Penis Plastica Plaques gemindert, in dem man eine Penisprothese in den Penis einsetzt, um so das Gewebe von innen her auf maximale Größe zu bringen.

Diese Technik ist endgültig und unumkehrbar, das eigentliche Schwellkörpergewebe wird durch den Einsatz der Prothese zerstört. Die Pumpe ersetzt dann die normale Erektion.

Der Einbau einer solchen Prothese ist, von professioneller Seite gesehen, das absolut letzte Mittel, wenn eine deutliche Induratio penis plastica (IPP) und zusätzlich eine schwere erektile Dysfunktion (schwere Erektionsstörung) bestehen, die auf Medikamente nicht mehr anspricht.

Der Einbau einer Penisprothese zur bloßen Behandlung der Induratio penis plastica, ohne dass eine gleichzeitige erektile Dysfunktion besteht, ist mit allem Nachdruck abzulehnen.


Kontakt aufnehmen
Ingo Krieghoff

Leiter Sekretariat Urologie (Induratio Penis Plastica, Penisverkrümmung, Schwellkörperimplantate, Hypospadie)


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